Lissabon ist die Hauptstadt Portugals sowie des gleichnamigen Regierungsbezirks. Neben dem Regierungssitz befinden sich in Lissabon auch die obersten Staats- und Regierungsbehörden, sechs Universitäten und die Akademie der Wissenschaften. Mit dem wichtigsten Hafen des Landes, großen Industriebetrieben und Werften ist Lissabon politischer, wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt Portugals. Die Kulturhauptstadt Europas im Jahr 1994 richtete 1998 die letzte Weltausstellung des 20. Jahrhunderts aus. Neben der Europäischen Beratungsstelle für Drogen und Drogensucht ist Lissabon Sitz einiger Behörden der Europäischen Union und der Europäischen Seesicherheitsagentur.
Zwar kommt man mit Portugiesisch am weitesten, doch ist diese schwierige Sprache nicht jedermanns Sache. Doch mit Englisch und Französisch kann man sich in Lissabon durchschlagen; man sollte sich anhand eines Sprachführers einige Redewendungen zurechtlegen, die man dann zur Not auch ablesen lassen kann. Sprachversuche, seien sie auch noch so dürftig, werden von den Einheimischen gewürdigt und kommen stets gut an.
Von den Phönikern als Alis Ubbo gegründet, stand Lissabon seit 205 v. Chr. unter römischer Herrschaft und war unter dem Namen Municipium Felicitas Julia der Hauptort der Provinz Lusitania. Im 5. Jahrhundert unter alanischer, von 585 bis 713 unter westgotischer Herrschaft. Die Araber besetzten Lissabon im Jahr 715 und erst 1147 konnte es durch Alfons I. von Portugal zurückerobert werden. Seit 1260 residierten die portugiesischen Könige in Lissabon, das im 15. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Handelsplätze Europas aufstieg. Unter Heinrich dem Seefahrer gelangten unermessliche Schätze nach Portugal und damit auch in seine Hauptstadt. Auch der Sklavenhandel florierte, so dass 1552 etwa 11 % der Lissabonner Bevölkerung Sklaven waren. Die Stadt wurde von zwei großen Katastrophen heimgesucht: 1569 forderte eine Pestepidemie 60.000 Menschenleben, ebenso wie das verheerende Erdbeben vom 1. November 1755, bei dem Lissabon zu zwei Dritteln zerstört wurde.
Die meisten Portugiesen sind römisch-katholisch und nur knapp 1 % gehört einer anderen Konfession an. Etwa 0,6 % davon sind Protestanten, 15.000 Muslime und 2.000 Juden.
Zu den wichtigsten portugiesischen Tageszeitungen in Lissabon gehören A Bola, Correio de Manha, Diário de Notícas und Público. Ausländische Tageszeitungen und Zeitschriften gibt es an Zeitschriftenkiosken oder Souvenirläden. Wochenzeitschriften gibt es meist erst einen Tag nach Erscheinen.
Das portugiesische Fernsehen sendet mehrere staatliche und private Programme. Hotels, Pensionen und Cafés sind meist mit Satellitenempfänger ausgestattet, so dass zumindest ein deutscher Sender gesehen werden kann. Die Deutsche Welle empfängt man auf 6075 kHz im 49-Meter-Band und auf 9545 kHz im 31-Meter-Band.