Telefon: +49 38320 649866
Das Objekt 302, ist eine von drei baugleichen Troposphärenfunkzentralen, welche 1988 nach einer Bauzeit von 3 Jahren erstmals in Betrieb genommen wurde. Am 7.Januar 1992 wurde die Anlage endgültig vom Netzt genommen und kann nun seit dem Sommer 2006 von der Öffentlichkeit besichtigt werden.
Neben dem Objekt 302 entstanden 2 weitere baugleiche Objekte:
Über die Autobahn A20 bis Eichenthal, ist das Objekt 302 zu erreichen.
Die Besichtigung der Troposphärenfunkzentrale 302 ist im Rahmen einer Führung, bis auf Januar, ganzjährig möglich. Führungen werden in Deutsch und Englisch angeboten und dauern zwischen 45 und 60 Minuten.
Bunker Eichenthal- Militärgeschichte gestern und heute Wohl wahr, eine zunächst fast aussichtslose Aufgabe, die sich der Betreiber der einstigen Troposphärenfunkzentrale 302 gestellt hat. Mit der Ansprache Bad Sülze war sie im Sprachgebrauch zu Zeiten der DDR nur wenigen Eingeweihten bekannt. Als Stütznachrichtenzentrale 302 Langsdorf im gedeckt vorbereiteten Nachrichtensystem der NVA kannten sie die Nachrichtenorgane in den höheren Führungsebenen. Der Betreiber hat die Bunkeranlage für Interessierte an Militärgeschichte der DDR, Urlauber, Touristen und Neugierige begehbar gemacht, will damit ein Mahnmal setzen gegen Wettrüsten und den Kalten Krieg. So man in der Nähe ist sollte man einen Besuch einplanen. Die eigenen Ansprüche sollten nicht zu hoch geschraubt werden. Der Besucher betritt weder ein Geisterschiff noch ranken sich heimliche Geschichten um den Bunker. Man riecht weder Offiziere noch Mannschaften, geschweige denn wurde dort jemals ein Gebet gen Himmel geschickt. Die Dramatik der vorgestellten Gefechtssituation soll an das menschliche Ende in einen Atomkrieg erinnern. Es soll sicher auch ein wenig Ersatz für die doch spärlich vermittelten militär-geschichtlichen Hintergrundinformationen zu Funktion und Zweckbestimmung der Anlage und des Troposphärensystems in seiner Gesamtheit darstellen. Sicher ist die als mahnende Erinnerung dargestellte Inszenierung nicht schlecht gemacht, doch hatte die Anlage damit nichts zu tun. Genau das ist das Problem vieler Besucher, worüber sie in Internetforen berichten. Sie klagen über die Art und Weise wie ihnen begegnet wird, über die wenigen vermittelten und zusammenhängenden Informationen zum System. Ihre Fragen finden sie wenig überzeugend beantwortet. Literatur und Informationen stehen inzwischen hinreichend zur Verfügung. Auch ein Sachbuch des Betreibers der Anlage mit dem Titel „Geheimobjekt Atombunker“ steht zur Verfügung (siehe dazu die Rezensionen).
Wie überall, so auch hier bei einem Besuch gilt der Grundsatz, jeder bildet sich sein eigenes Urteil. Für Außenstehende, Unkundige, mit der Sache nicht Befasste ein allerdings schwieriges Unterfangen. Er hat nur zwei Möglichkeiten, Gauben und Folgen oder Hinterfragen, sich mit der Geschichte richtig auseinandersetzen, selbst recherchieren.
Der Bunker in Eichenthal stellt weder eine Sensation noch etwas Besonderes im Vergleich mit anderen Bunkeranlagen in Ost und West dar. Als „einzigartig“ wird er seiner Inszenierung wegen angeboten. Gelegentlich und verbreitet ist zu lesen, dass:
... weitere unzutreffende [falsche) Aussagen siehe http://jobakampe.magix.net/public/sammel.htm
Die Aussagen in den einzelnen Beiträgen sind sehr widersprüchlich, einzelne auch richtig falsch, machen aber die Anlage interessant.
Der Bunker ist einer von drei in der DDR errichteten Typenbauten. Über seiner Bunkeroberfläche liegt eine Sand- und Kiesschicht mit einer Höhe von 1,05 m, zur Mitte hin auf 1,20 m ansteigend, darüber eine Betonglocke mit einer Dicke von 0,60 m, überdeckt mit einem Erdaufwurf von ca. 0,65 m. Zu bemerken bleibt der relative Leerstand des Bunkers an Troposphären- und allgemeiner Nachrichtentechnik und die Tatsache, dass der Bunker nicht 1986, sondern erst 1988 fertig gestellt wurde. Schon ein Jahr früher ging das strategische Troposphären Nachrichtensystem ohne die Station Langsdorf/ Eichenthal in Betrieb.
Darin unterscheidet er sich von den beiden anderen Bunkern in Wollenberg und Röhrsdorf. Er verblasst im Schatten des „Glanzes“ dieser, deren Bedeutung aus operativ-strategischer Sicht seinerzeit weitaus höher eingestuft war. Es waren operative, finanzielle und ökonomische Gründe in der DDR und im Ausland die zu Änderungen in der Planung des Systems führten. Nach Fertigstellung des Bunkers der „302“ blieb er unter Berücksichtigung seines technischen Ausrüstungsgrades im System „fast“ bedeutungslos. Bei Kenntnis der Sachlage ist dieser Umstand vermittelbar, den Besuchern erklärbar.
Die gebotenen Erklärungen zu verstehen, sie zu werten bleibt allein Sache des Besuchers. Ergänzend dazu stehen ihm inzwischen Aussagen von Insidern im Internet und in der Literatur zur Verfügung. Die hier dargelegten Fakten und Beispiele möge der Leser als interessant, verklärt, unwahr, spekulativ oder auch als spektakulär empfinden. Zu empfehlen ist ein Be-such im Bunker Langsdorf/ Eichenthal alle mal. Gleichzeitig wird der Besuch im Bunker Wollenberg empfohlen. Er stellte die einzige Gegenstelle für die 302 dar. Besucher werden hier nicht nur optisch, sondern auch militärgeschichtlich eine bemerkenswerte Führung erleben. Er findet den Bunker im Originalzustand von 1990 vor.