Up to Bolivia :) - Reisebericht von Marie

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Sucre (Stadt in Bolivien)

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Up to Bolivia :)

Reisedatum: 07. Januar 2012 | in Südamerika II | 317 mal gelesen | Bericht kommentieren

05.01.2012 - Uyuni & Sucre / Bolivien

Musik: Shinedown - Breaking Inside & Johnossi - Mavericks

Hola, buenos dias!

Ich hoffe, ihr hattet einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Vaplaraiso habe ich schweren Herzens hinter mir gelassen. Das ist echt eine tolle, junge, lebendige und farbige Stadt. Nur
zu empfehlen! Da ich schon immer mal trampen wollte, schlug ich das Pascal vor und er war sofort dabei. Am 26.12. stellten wir
uns dann an eine Tankstelle und nach 15 min nahm uns dann auch gleich der erste mit. Zwar nach Santiago, wo wir ja eigentlich
in die falsche Richtung fuhren, aber der Fahrer meinte, von Santiago kommt man viiiiel einfacher in den Norden. Ok. In Santiago fuhren
wir noch mal kurz mit der Ubahn um an den Stadtrand zu kommen. 2 weitere Autos und ein Truck nahmen uns Stück für Stück
nach La Serena mit. Der letzte Fahrer konnte vor Müdigkeit 20 km vor Serena nicht mehr und somit durften wir mit in seinem Truck schlafen.
In der Früh dann in Serena angekommen, suchten wir uns ein Hostel und machten uns nach einem Kaffee auf in die Stadt und an
den so umschwärmten Strand. So viel zu sehen gabs in der Stadt nicht und das Wetter zu wolkig & der Pazifik v.a. zu kalt für einen Sprung ins Meer...
Für die Touren die für die Umgebung angeboten wurden waren wir leider zu spät dran. Als Alternative gabs Wein mit verschieden Käsesorten und
danach gings relativ schnell ins Bett. Am nächsten Tag überlegten wir, ob wir eine Tour machen sollten oder nicht. Da wir aber
noch ca 1000 km vor uns hatten, beschlossen wir die Piscoanbaugebiete nicht zu besuchen und uns an die Arbeit zu machen.
Nach einer Stunde nahm uns dann Daniel in seinem Truck mit. Mitten in der Nacht um 3 schmiss er uns dann kurz vor Calama an einer Tankstelle raus.
Wir bauten Pascals Zelt auf, nein wir versuchten es aufzubauen... Das Gestänge fiel nämlich in allen Einzellteilen aus der Verpackung.
Mein Tape machte große Dienste. Ziemlich lustige Aktion, mitten in der Nacht ein Zelt zu tapen :) Am Ende schliefen wir in einem 2mann Zelt mit den beiden Rucksäcken auf der einen
Seite, auf einer Isomatte mit einem Schlafsack - eher schlecht als recht...
Um 7 konnte ich nicht mehr auf der rechten Seite liegen (konnte mich ja nicht rumdrehen, so wenig Platz war) beim rauskriechen war dann Pascal auch gleich wach.
Nach einem Kaffee und Rühreifrühstück ala Truckerfahrer gings dann weiter nach Calama und von da mit einer Familie nach San Pedro! Am 29. mittags kamen
wir an unserem Ziel an, tolle Erfahrung und natürlich ne Menge Geld gespart!!!

Das Hostel in San Pedro de Atacama, einer kleinen 5000 Seelen Wüstenstadt auf ca. 2500m an der Grenze zu Bolivien,
haben wir wiedermal durch Zufall gefunden und waren
richtig froh, noch eine Unterkunft über Silvester zu bekommen. Viele die nach uns kamen, sind von einem Hostel zum nächsten...
Eigentlich war der Gedanke, die Silvesternacht Mitten in der Wüste zu verbringen. Wie sich herausstellte gab es keinen fahrtüchtigen
Führer für eine Tour über Silvester. Und so mit beschlossen wir mit unserer buntgemischten echt witzigen Truppe in
San Pedro zu bleiben. Der erste Tag ging gleich mit einer Behandlung los... Das Mädel tat mir aber auch leid, seit 4 Wochen
sitzt sie in San Pedro fest, da mit Rucksack reisen einfach unmöglich für sie ist! Es ging ihr nach meiner Behandlung + Tapen
(natürlich) besser, aber leider gabs ein erneutes Trauma zur Silvesternacht (wer hätte das gedacht!?). Also saß ich um halb eins wieder an ihrem Fuß und
beruhigte sie, die psychisch echt am Ende war. Silvester gabs ein kleines Feuer vor dem Hostel mit ein paar überlauten Knallern.
Ab halb 2 gings dann geschlossen mit ca. 30 Leuten los in die Straßen von San Pedro. Es wurde getanzt, Pascal
überzeugte mit Schuhplattlern und kurzer Lederhose, somit war der große blonde aus Österreicht schnell in allen Straßen bekannt. :)
Nach dieser langen Nacht erholten wir uns am 1.1. und beschlossen die Tour nach Bolivien für den 2.1. zu buchen. Zum Glück bekamen
wir noch Geld aus einem der 2 noch funktionierenden Automaten...Feiertag und alle brauchten Lucas (Bezeichnung für Pesos).

Also am 2.1. wurden wir dann pünktlich um 8 Uhr abgeholt, was wohl für Bolivien eine Außnahme ist. Dann ging es in einem Minibus
an die chilenische Grenze, welche aus einem kleinen Holzhäuschen und einer Schranke in Mitten der Wüste besteht. Umsteigen in Jeeps. Nach ca 5 km
kam dann erst die bolivianische Grenze und das ganze Spiel nochmal. Dann gings los: Laguna verde, Laguna blanco.
Dann direkt in ein natürliches Thermalbad. Herrliche 35 Grad, die Überwindung sich auszuziehen und der Gedanke daran, danach wieder aus dem
warmen Wasser in die Kälte auszusteigen war groß. Aber wenn man mal diese einmalige Gelegenheit hat, ist das ja quasi ein Muss! Es war wunderbar! Mit Sicht auf
die Lagune und die Berge in Mitten vom Nichts. Empfohlen wird max. 15 min im Wasser zubleiben, da man sonst beginnt zu schwitzen und somit
die vorhandenen Mineralien ausscheidet. Auch meinen Kreislauf hat es nach 10 min baden richtig zusammen gefaltet. Der Körper macht schon was
mit... Nach einer halben Stunde hatte ich mich aber wieder erholt.
Flamincos, dann wieder eine Laguna roja und ja was noch, eine Laguna colorado ;) Nach dem ersten Tag hatten wir echt eine Menge Lagunen
gesehen und die Anzahl der Fotos nahm zum Ende hin ab. Auch die Alpakas und der Rest der Lamafamilie sowie die Flamincos wurden
von Tag zu Tag zur Normalität. Hasen, Füchse, Sträuße und schwarze Schweine (!?) habe ich gesehen. Sowie die unendliche Weiten der Wüste.
In 5000 Meter Höhe gibt es so gut wie keinen grünen Strauch, nur Steine über Steine die der Wind und die Witterung geformt hat. Die Berge
nehmen all mögliche Farben an, je nach dem wie die Sonne hinter den Wolken hervorscheint. In unserer ersten Nacht hausten wir in einer
rustikalen Hütte ohne Stom und Dusche, schliefen auf Steinbetten mit einer kleinen Matte.
Uns wurde empfohlen, alles anzuziehen was wir dabei haben, es war wirklich
arschkalt! Nach dem Abendessen, einer richtig guten Gemüsesuppe war uns das erste mal warm und somit beschlossen wir geschlossen um acht
in die Betten zu kriechen. Es war wie in einem Ferienlager, alle im Bett und es wurde gequtascht und gelacht, bloß nicht bewegen, kaaaalt!
Ab 3 Uhr lagen wir fast alle wach im Bett und warteten die Dämmerung ab um endlich aufstehen zu können. Eine Katze jagte mir mit ihrem
Sprung auf meinen Kopf einen heftigen Schrecken ein. Ich setzte mich auf und wusste am Anfang nicht, dass es eine Katze ist. Blöder Weise bin ich n
echter Schisser und das Tasten meiner Stirnlampe die neben meinem Kopf lag traute ich mir erst nicht. Da das Viech dann schon auf dem Weg in meinen Schlafsack
Richtung Füße war konnte ich Licht machen. Ahhhhh. Hab dann nur noch ihren Schwanz aus meinem Schlafsack schauen sehen, und ihr Schnurren und die
Krallbewegungen an meinem Bein gespürt. Die hat sich echt wohl gefühlt - ich mich nicht. Und der Rest des Zimmers war auch wach. Ich konnte erst ein paar Minuten
später so lachen wie sie...
Die Höhe sollte man nicht unterschätzen. Die Brasilianer die mit in meinem Zimmer waren hatten es weniger klug angestellt. Sie kamen aus einer Stadt auf
Meeresspiegelhöhe auf 5000m in einem Tag, das heißt Kopfschmerzen, Übelkeit, sehr sehr schlecht fühlen = Höhenkrankheit eben.
Mir ging es gut, da wir uns in San Pedro ja schon einige Tage aufgehalten hatten.
Der zweite Tag ging mit der Besichtigung einer weiteren Lagune los und danach
Über einen alten Inkatrail ging es sehr holprig weiter zu einem Fluss
wo uns dann ein super Picknick erwartete. Man muss sagen, diese Tour mit "Atacama Mistica" ist nur zu empfehlen. Sehr sehr gut organisiert.
Natürlich gab es 2 Pannen, das passiert ständig, Reifenwechsel vom Jeep, Ausrüstung schlecht. Es scheint, als hätten unsere Führer nicht
damit gerechnet ;) Der Plan in einem Salzhotel zu übernachten fiehl wortwörtlich ins Wasser, da die Regenzeit unerwartet schon eher begonnen hatte.
Also schliefen wir in einem kleinen Dorf in einem anderen Hostel mit WARMER DUSCHE!!! Das war ein Traum. Nach diesem Tag fielen wir wieder richtig
früh in die Kiste und schliefen diesmal ohne viel Gerede sofort ein. Der letzte Tag ging dann direkt zum Salzsee - der Höhepunkt dieser Tour.
Schaut euch die Bilder an, man kann es kaum beschreiben.

Vor Uyuni angekommen wird man natürlich noch mal kurz über den Artesanalmarkt (einheimischer Tourishop) geschleift und danach in Uyuni abgesetzt.
Unser Plan einen Nachtbus direkt nach Sucre zu nehmen scheiterte, da alle Plätze vergeben waren. Wir beschlossen und ein Hostel zu suchen und dann
am nächsten Tag nach Potosi und von da aus weiter nach Sucre zu reisen. Uyuni selber hat nichts zu bieten. Landeten dann aber in einer richtig schönen
Bar mit interessanten Trinkgefäßen. Mein Cocktail war in einem Gefäß in Form eines Riesenpenises, der Rand des Bechers war so durchlöchert, dass man eben
nur aus ihm trinken konnte. Was nicht nur für einen selber recht witzig war, sondern eben auch für alle anderen in dieser Bar. Bei Yvonne war
es ähnlich, sie hatte einen Becher total durchlöchert, es hat bestimmt 15 min gedauert bis sie raus hatte, welche Löcher sie mit 6 Fingern schließen musste
um dann aus einem anderen Loch trinken zukönnen... Ab zehn wurden alle Tische weggeräumt und die Tanzfläche war eröffnet. Das ist hier üblich
und irgendwie auch echt gut so. Bringt Bewegung in die Runde und schafft mehr Platz für mehr Gäste :)

Die Busfahrt am nächsten Tag nach Potosi war der Horror. Eine Engländerin, eine Schweizerin, ein Österreicher und ich in einem einheimischen Bus von Schrotthaufen
auf den Weg durch die schlechtesten Straßen Boliviens nach Potosi. Auf der Karte sind das etwas mehr als 100km,
Fahrtzeit von 5 Stunden und Ausweichmanöver die einem Mordversuch gleichen. Die Straßen sind für EIN Auto gemacht, es kommen einem aber ständig riesige
Laster entgegen, die die wertvollen Mineralien die sie in Bolivien in Massen aus der Erde gewinnen, transportieren.
Ich werde glaube nie bei Nacht fahren, das kann nicht gut gehen, wenns dann auch noch stockfinster ist.
Bei Regen in Potosi angekommen, schnell 6 Bananen und 2 Knobikäsebrote für 20 cent gekauft und weiter mit einem Kleinbus nach Sucre, der alten Hauptstadt
Boliviens. Nach acht kamen wir an. Erfuhren schnell, in welche Richtung man nicht gehen sollte um die unsicheren Plätze zu meiden.
Nach 2 Stunden fanden wir eindlich Platz in einem wunderbaren Hostel. Sehr ruhig hier, gefällt mir gerade echt gut. Ich denke hier werde ich eine Woche bleiben.
Yvonne und Pascal sind gestern um 12 Uhr nachts noch auf die Piste, die Marie war fertsch. Jetzt ist es 13 Uhr und die beiden schlafen immernoch.
Ich werde mir jetzt Sucre anschauen gehen, aber als erstes eine Wäscherei ausfindig machen... der Staub, der Sand und das Salz hat sich in
all meinen Kleidungen von den letzten Tagen festgehangen.

So ich hoffe, ihr seid nicht müde von diesem Text, ist etwas länger geworden :)

Bis bald!
Eure Marie

Galerie

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