Die erste Woche - Reisebericht von JuLu

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Die erste Woche

Reisedatum: 18. Januar 2012 | in Kanaren 2012 | 115 mal gelesen | Bericht kommentieren

Nachrichten aus der Ferne

19.01.12 Donnerstag

Unser erster Tag in Teneriffa. Gestern bei der Ankunft war ich doch etwas geschockt: Ökodorf – zwischen Windpark, Meer und Autobahn – na ja….

Aber wir haben es trotzdem schön hier. Heute waren wir unseren Heimatort Abades erkunden, haben für 10 Euro zu dritt sehr gut auf der Dorfplaza mit Meerblick gegessen und haben viel Zeit am Hausstrand verbracht. Danach noch eine kleine Tour nach Candelaria, einen Wallfahrtsort, wo sie um 1960 noch eine riesige Barock-Retro-Kathedrale hingestellt haben – netter Stadtkern mit nicht touristischem spanischem Leben: Plaza direkt vor der Kathedrale am Strand, wo die Kinder Fahrradfahren üben und die Spanier unvermittelt zu singen anfangen – sehr nett…

 

20.01.12 Freitag

Tour in Richtung Norden Teneriffas, bei uns war das Wetter schlecht – also, ab auf die andere Inselseite! Die gesamte um Teneriffa führende Autobahn ist so voll wie die Berliner Stadtautobahn, aber Volker fährt uns souverän. An der Hauptstadt Santa Cruz und La Laguna vorbei, fahren wir bis Puerto de la Cruz, wo wir im Stau stehend die Wellensurfer beobachten können, in einer deutschen Bäckerei Roggenbrot kaufen, direkt am Meer Eintopf und frittierten Fisch essen und schließlich noch den Botanischen Garten besuchen.

Lucia bekommt ihr erstes „Essen“: „potaje“ – sie durfte am Suppenlöffel schlecken und war begeistert. Ab jetzt gibt’s Reisgrießbrei…

 

21.01.12 Samstag

Tour auf den Teide. Hochgebirge war für Lucia dann auf der Rückfahrt doch etwas anstrengend, aber wir waren auch von früh um 9 bis abends 19 Uhr unterwegs.

Wie macht man eine 1,5 Stunden Wanderung nur zu einem Drittel in ca. 4-5 Stunden? Man nehme 2 Kinder…. Aber nachdem wir nach etlichen Klo-, Ess-,  Püppi-Diskussionen, Eincremen und Ähnlichem endlich losgekommen sind, war es sehr schön. Juli lässt sich gern von Volker auf den Schultern tragen, aber sobald es wirklich steil und felsig wird, klettert sie gerne selbst. Auch den Rückweg hat sie selbst gemeistert: Das Spiel hieß „Schuhe Einfetten“ (mit rotem Sand) – sämtliche Schuhe der Familie wurden emsig eingerieben, eine Prozedur, die mit höchster Sorgfalt betrieben werden und natürlich alle paar Schritte wiederholt werden muss, weil der Sand dann durch die Schritte beginnt wieder abzublättern. Auf jeden Fall stellte Mausi Ausdauer und Begeisterungsfähigkeit unter Beweis und wir hatten genug Zeit, um Fotos zu machen und die wundervollen Ausblicke und die seltsamen faszinierenden  Felsformationen von „Las Roques“ zu genießen.

Unsere Mittagspause verbrachte Juli damit, sich im Sand zu wühlen = Bagger spielen. Lucia stillt, schläft und liegt freundlich auf dem Boden herum- wie zu Hause. Die beiden Mädels lachen oft miteinander, besonders für Lucia ist Julika das Alllertollste.

 

22.01.12 Sonntag

Man glaubt es kaum: Ausruhtag, Strand in Abades. Abends Paella im Restaurant unseres Domizils.

 

 

23.01.12 Montag

Am Abend meint Juli „wir haben den Tag mit dem viel Reisen geschafft.“, und so war es auch. Insgesamt war der Tag jedoch trotz Quartierwechsel, Packen usw. sehr entspannt. Das Auto ist auf den Millimeter genau groß genug, um uns vier und all das Gepäck zu fassen. Wir sind um 12 vom „Ecovillage Club“ los, haben um 14 Uhr die Fähre genommen, waren um 15 Uhr in San Sebastian auf La Gomera, um dort noch Spielplatz- und Einkaufsstop einzulegen, bevor wir quer über die Insel bis Alojera gekurvt sind , wobei „kurven“ wörtlich gemeint ist. Die Insel ist wunderschön, viel leerer, grüner und wilder als Teneriffa und schon die Abfahrt zu unserem Ort (von ca. 1000/1200 m auf 250 m) in 20 Minuten auf kleiner Straße war himmlisch.

 

24.01.12 Heute war unser erster Tag im neuen Urlaubsdomizil auf Gomera und ich finde das erste Mal Zeit, um ein paar Zeilen zu schreiben.

Gleich vorneweg  - unser Heim für die nächsten 4 Wochen ist ein Traum!!!

Keine Autobahn weit und breit, noch nicht einmal eine Zufahrtsstraße, sondern man läuft vom Parkplatz ca. 15 Minuten auf einem schmalen – zum Stolz unseres Vermieters – betonierten Weg  durch Terrassenfelder mit Wein, Mais, Papayas usw., vorbei an Ziegen im Stall, die man nie sieht, sondern nur hört und riecht, und leider auch an einer Meute Hunde, die glücklicherweise überwiegend angeleint sind oder aber sogar mehr Angst vor uns haben als ich vor ihnen – und das will ja schon was heißen.

Die Aussicht ist gigantisch. Ich könnte stundenlang nur auf der Terrasse sitzen und gucken. Wir schauen über malerische Palmen in ein Tal mit kleinen, von Hand bewirtschafteten Terrassenfeldern, hinter dem sich ca. 250 m tiefer das Meer erstreckt.  Am Horizont sehen wir die Insel La Palma.

Julika läuft tapfer den Weg vom und zum Auto selbst, wenn sie nicht gerade zu sehr an die Hunde denkt – überhaupt beschäftigen die sie sehr. Ein Exemplar streunt immer um unser Haus herum und guckt fragend. Nachdem dieser Hund heute früh einmal von einem Arbeiter verscheucht worden war, fragt mich Juli: „Die Spanier reden komisch, oder? Die sagen kratsch (quatsch) – der Mann hat Currypaste zu dem Hund gesagt, warum denn?“ Ich wunderte mich „Currypaste“????- ach ja, wahrscheinlich „Corre, perro.“ (=Lauf / Renn Hund.“), auf jeden Fall ist „Currypaste“ jetzt unser Codewort fürs Hundeverscheuchen, bei Juli wirkt es nicht so gut, aber bei Volker schon…

Und Lucia lacht sich scheckig, wenn ich versuche, streng „Currypaste“ zu rufen…

Heute waren wir in unserem kleinen Ort, Alojera, unten am Strand. Der besteht fast nur aus Steinen, Kies und hat trotz Mole recht heftigen Seegang, aber Juli macht das gar nichts. Ein Fleckchen schwarzen Sand gibt’s auch und Volker ist ungefähr 500mal mit ihr an der Hand ins Wasser und wieder herausgerannt. Manchmal spritzte die Gischt hoch und Juli wurde ganz nass, aber das gehörte zum Spiel. „Ich bin billernass. Hier kommt der Biller-Nass-Mensch“ und nach dem Einseifen mit schwarzem Sand nach dem Bad, tanzend „Ich bin ein kleiner Dreckchschpatz.“

Ansonsten haben wir auf der Terrasse gesessen, ausgepackt, waren im Strandrestaurant Fisch essen und einkaufen im Dorf-Supermarkt. Im Restaurant hatte Julika Angst vor den vielen bettelnden Katzen, aber immerhin hat sie Timmy attestiert , wie eine Siamkatze auszusehen.

Und noch was für die Gerbrunner Großeltern, Juli erzählt jedem, wenn sich von unserer Reise spricht, und sagt auch jeden Abend vorm Einschlafen „Und dann fahren wir zu Opa Uli.“ (manchmal noch ergänzt von „und Oma Gard“) – für Juli ist Würzburg wahrscheinlich das Ziel der Reise.

Juli und Lucia schlafen übrigens gerade öfter den ersten Teil der Nacht zusammen in einem Zimmer: Julika im Babybett und Lucia im großen Doppelbett. Super – denn Lucia kann nicht einschlafen, wenn ich nicht neben ihr liege und sie im Arm halte. – Und ich kann so luxuriös im Bett tippen!!! Die große Freiheit!

Noch eine letzte Juli-Story – heute beim Abendbrot hören wir die Grillen zirpen: „Ich höre so Rasseln, sind das Kinder?“

25.01.12 Mittwoch: Valle Gran Rey

Heute Nachmittag ist irgendwie der Wurm drin. Wir sind in den Nachbarort Valle Gran Rey gefahren, um im Bioladen einzukaufen und Zeit am Babystrand zu verbringen. Hatten uns vorgestellt, Juli würde hier genauso begeistert spielen wie gestern, aber heute ist Mecker-Tag, ständig piekt der Sand oder das „Wasser tut weh“ oder sonst was, Brot ohne Weizen und Dinkel gibt’s auch nicht und überhaupt – zum Glück wohnen wir nicht hier!!!

Es soll so alternativ sein und es gibt auch tatsächlich ziemlich viele Läden, die aussehen wie in Berlin in der Bergmannstraße, aber die Appartementanlagen bleiben Touri-Blocks, auch wenn es kleine sind, und die Tapas im Angebot sind hier: „Bratwurst, Currywurst und Fritten“. Na – da lobe ich mir unser kleines Dorf!

Abends wurde es hier übrigens dann doch noch ganz nett: wie der Mauerpark oder Prenzlauer Berg am Abend: lauter deutsche Paare mit und ohne Kinder kriechen aus ihren Löchern, tummeln sich am Strand, spielen Gitarre, trinken Bier und setzen sich alle auf die Kaimauer, um den Sonnenuntergang zu sehen.

Abschließend habe ich mit Juli noch in der Bio-Finca den Großeinkauf für die nächste Zeit erledigt: Maiswaffeln, Haferflocken u. a. Ersatzstoffe für Brot z.B. - sehr netter Laden

Im Dunkeln und mit 2 zum Glück gut im Auto eingeschlafenen Kindern ging's zurück nach Alojera. Der Abend und die Nacht danach waren sogar gar nicht so stressig wie befürchtet.

Galerie

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Kommentare

26. Januar 2012, 12:27 | Onkel Tobias

Sehr schön, musste gerade eine kleine Arbeitspause einlegen, um Euer Tagebuch zu lesen. :-) - Ja, Gomera ist schon toll, habe auch immer noch schöne Erinnerungen an den gemeinsamen Urlaub mit Andreas und Mutti vor... etwa 15 Jahren (Mann, bin ich alt!). Gut, dass das fünfte Foto dann aufklärt, woher Juli die starke Farbe hat, man hätte es auch als schlimmen Sonnenbrand deuten können. Euch weiterhin viel Spaß und einen schönen Urlaub! Viele Grüße, Tobias

26. Januar 2012, 17:20 | Oma Petra und Opa Carsten

Wie schön, dass ihr es so gut getroffen habt! Den Ausblick kann ich mir gut vorstellen. In meiner Erinnerung an den Gomrea Urlaub tauchen auch noch wunderbare Bilder auf. Valle Gran Rey sah damals recht nett aus, an Touri-Blocks kann ich mich nicht mehr erinnern. Liegt das an meinem Gedächtnis oder hat sich dort etwas verändert? Aber an einen schönen Strand und die riesigen Wellen denk´ich oft zurück. Genießt die schöne Urlaubszeit und bestellt Mausi schöne Grüße von Timmy. Er fühlt sich sehr geehrt. Viel Freude und sonnige Tage wünschen euch PUC

26. Januar 2012, 22:47 | Friederike

Freue mich, von euch zu lesen! Schön, dass es euch so gut geht! Aber Simone, du fehlst mir, hatte schon mehrfach den Impuls, dich anzurufen und zu quatschen.... tja, das muss dann eben noch ein bisschen warten. Viele liebe Grüße, aus dem eisigen Potsdam, wo es bestimmt bald schneit, eure Friederike und Co

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