Elannika korrigieren ihre Vorurteile :-) - Reisebericht von Elannika

Elannika korrigieren ihre Vorurteile :-)

Reisedatum: 14. April 2011 | in von Panama nach San Francisco | 224 mal gelesen | Bericht kommentieren

San Francisco, USA, 10.-14.04.2011

Hallo ihr Lieben,

nach dem Abschied aus Mulege stand uns die letzte lange Busfahrt unserer Reise bevor: 2000 km nordwaerts bis nach San Francisco... naja, wir sind ja inzwischen gut geuebt, so dass wir die 28 Stunden kaum noch gemerkt haben ;-) Gewohnt glatt lief auch die Grenzueberschreitung in Tijuana. Diese Stadt hat ja nicht gerade den besten Ruf in Sachen Kriminalitaet, aber wir koennen uns nicht beklagen -- wir sind nur entspannten Grenzbeamten begegnet (anstatt schiesswuetigen Drogenbanden).

Nachdem wir also noch ein letztes lautes "Adios" in Richtung Mittelamerika gerufen hatten, befanden wir uns im Land der unbegrenzten Moeglichkeiten! Ausserdem im Land des nichtmetrischen Systems und der Fahrenheit-Temperaturverwirrung, der dicken Autos und der noch dickeren Menschen, der meisten Sicherheitsvorkehrungen, Vorschriften und Bedienungsanleitungen, der Fast-Food-Restaurants und Supersize-Portionen, der prueden Kapitalisten und konservativen Waffenliebhaber. Soviel zum Klischee... stimmt aber leider gar nicht! Zumindest das meiste davon koennen wir nicht bestaetigen. (Fahrenheit, Unzen und Inches sind wirklich nervig!)

Ansonsten muessen wir ehrlich anerkennen, dass die Menschen in den USA (bzw. in San Francisco) viel VIEL freundlicher, entgegenkommender, hilfsbereiter, entspannter, weltoffener und lockerer sind, als es in unseren Vorurteilen vorgesehen war. Ausserdem wird hier der Muell getrennt, die Busse fahren mit Elektroantrieb, es gibt grosse Bio-Supermaerkte und extra Ueberholspuren fuer Autos mit Fahrgemeinschaften. Hmmm... Weltbild, was nun?? Wir waren jedenfalls beruhigt, dass man Bierflaschen tatsaechlich nur in einer braunen Papiertuete mit auf die Strasse nehmen darf, sonst waere unser Glaube an Klischees komplett zerbroeckelt.

Die drei Tage in San Francisco haben uns wirklich sehr beeindruckt und begeistert! Und jetzt tun uns die Fuesse weh, da wir grosse Teile der Stadt zu Fuss erkundet haben. Huegelauf, huegelab, und das natuerlich in frisch neu gekauften Schuhen, ist klar :-) Wir haben den Coit Tower auf dem Telegraph Hill bestiegen und hatten von dort eine wunderbare Aussicht auf die Bay und Downtown San Francisco. Ausserdem besuchten wir natuerlich ein paar touristische Pflichtziele, wie zum Beispiel Fisherman's Wharf, das sind die alten Kais an der Bucht von San Francisco, inzwischen eher Vergnuegungsviertel als Hafen. Dort gibt es auch den bekannten Pier 39, der viele, viele Cafes, Bars und Shops bereit haelt. Zum Beispiel ein riesiges Schokoladengeschaeft mit den allerbesten Schoko-Nuss-Karamell-Tafeln, mmmmh lecker ;-) Von den Piers hat man ausserdem eine hervorragende Aussicht auf die Golden-Gate-Bridge und die beruehmte Insel Alcatraz und kann sich den (etwas frischen) Seewind um die Ohren pusten lassen.

Die Innenstadt von San Francisco ist so, dass man (frau) gar nicht anders kann, als in Kaufrausch zu verfallen. Ein Klamottenladen neben dem anderen, und alles einfach viel guenstiger als bei uns! Und wir BRAUCHTEN schliesslich ein paar waermere Sachen, hier im hohen Norden... Also haben wir die eine oder andere Kleinigkeit eingekauft :-) Wir spazierten auch durch Chinatown, was mit seinen pagoden-artigen Haeusern und den bunten Lampiongirladen ueber den Strassen ein gutes Kontrastprogramm zur restlichen Stadt darstellt. Auf unserem Weg mussten wir allerdings gut aufpassen, dass wir nicht von den beruehmten Cable Cars ueber den Haufen gefahren wurden...

Ausserdem beruehmt ist San Francisco natuerlich als Hippie-Hochburg, besonders das Stadtviertel Haight-Ashbury. Hier haben in den 60ern viele bekannte Musiker gelebt, u.a. Janis Joplin und Jimi Hendrix, und auch heute noch sind die Strassen bunt mit vielen kleinen alternativen Cafes und Vintage-Laeden. Dort sind wir stundenlang herum geschlendert, haben einen Abstecher in den Golden Gate Park gemacht und haben uns dann noch die "Painted Ladies" am Alamo Square angeguckt. Das sind keine geschminkten Frauen, sondern eine Reihe huebscher viktorianischer Haeuser, in denen frueher Spiel- und Lasterhoellen waren. Heute sehen die Haeuser ziemlich herausgeputzt aus und machen sich gut als Fotomotiv.

Fuer drei Tage war das ein ganz ordentliches Programm! Danach hiess es leider, leider, leider schon Abschied nehmen, weil Ela jetzt nach New York weitergereist ist, und Annika noch ein paar Tage allein in San Francisco bleibt. Wir haben noch einen traurigen Kaffee am Flughafen zusammen getrunken, und danach war unsere gemeinsame Reise auf einmal vorbei. Das war ein ganz schoen klossiges Gefuehl. Aber zum Glueck haben wir den Kopf voll mit schoenen Erinnerungen (und die Kameras voll mit schoenen Fotos ;-)), und darum geht die Reise eigentlich immer noch weiter.

Allerdings ist dieses Tagebuch nun an seinem Ende angelangt. Wir hoffen, es hat euch Spass gemacht, uns hier zu begleiten! Wir hatten jedenfalls sehr viel Spass beim Schreiben (und manchmal auch Knoten im Kopf :-)).

Bis ganz bald in Good Old Germany!

Eure Ela & Annika

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