Reisedatum: 25. Juli 2009 | 347 mal gelesen | Bericht kommentieren
In meinen diesjährigen Ferien bin ich für zwei Wochen auf eine Sprachreise nach Cork City im Süden Irlands gefahren. Ich hatte mich auf grüne Hügel und Schafe gefreut und war deswegen ein wenig enttäuscht, als ich feststellen musste, dass Cork einfach nur eine Großstadt war, die auch prima nach Deutschland gepasst hätte.
Nach einer Woche wurde, von der Organisation aus, eine Fahrt mit dem Bus ins County Clare zu den "Cliffs of Moher" angeboten. Für 33 € ein sehr teurer Spaß, aber da ich noch keinen Führerschein besitze, und davon abgesehen keinen Orientierungssinn, bezahlte ich das Geld, nachdem ich mich im Reiseführer zu der "Hauptsehenswürdigkeit des Countys, wenn nicht ganz Irlands" belesen hatte.
Schon die Fahrt war wundervoll. Das erste mal die legendären "fourty shades of green", überall kleine Häuschen mit gemütlich grasenden Kühen (ja, Kühe, keine Schafe!) davor, und überall "Pennywalls", Mauern aus Steinen, die von den Arbeitern der Bauern für einen Penny pro Tag errichtet wurden.
Nach etwa 4 Stunden durch die schönste Landschaft kamen wir an. Schon von weitem hatte ich die Cliffs erahnen können und als ich nun ausstieg, hatte ich noch etwa 200 m vor mir, bevor ich eine der beeindruckensten Naturwunder meines ganzen Lebens sah: Die bis zu zweihundert Meter hohen Cliffs, die direkt in den Atlantischen Ozean ragen und wunderschön mit grünem Gras bewachsen sind. Auf dem Weg sitzt eine Frau und spielt Akkordeon, was die Landschaft einerseits untermalt, andererseits teilweise auch sehr nervig ist. Man gibt ihr ein paar cent und geht weiter, um sich die Cliffs genauer anzuschauen. In Ruhe ist das leider nicht möglich, weil natürlich alles voller Touristen ist, auch wenn ich zugeben muss, dass ich noch mehr erwartet hätte.. Besonders viele Deutsche und Schweizer, aber auch Spanier und sogar Asiaten stehen mit den Kameras vor den Augen da und machen Foto um Foto. Auch eine sehr interessante Fauna bieten die Cliffs: ich habe mehrere fliegende grüne Käfer mit roten Punkten (?) und exotische Schmetterlinge gesehen, und auch hier weiden ringsumher Kühe. Eine Stunde braucht man da schon, bis man die Cliffs von allen Seiten begutachtet und genug Fotos geschossen hat.
Danach kann man sich unten die Shops anschauen. Kaufen sollte man hier jedoch nichts. Die Läden bieten das Gleiche an wie die Tourist Offices in den kleinen, und die unzähligen Touristenläden in den großen Städten, bloß sehr viel teurer. Das Einzige, was man sich hier kaufen sollte, sind Postkarten von den Cliffs, denn die habe ich zumindest in keiner anderen Stadt gefunden.. Es gibt auch ein Restaurant, aber auch das ist sehr überteuert. Man kann jedoch kostenlos die Toilette benutzen. Wenn man noch nicht unglaublich ausgehungert ist, fährt am Besten nach Doolin, etwa eine dreiviertel Stunde entfernt. Hier gibt es einige Restaurants, es ist außerdem bekannt für seine vielen Pubs (die natürlich so früh noch nicht geöffnet haben).Man bekommt hier preiswerteres Essen.
Wir sind danach noch weiter in Richtung Norden gefahren, an eine Küste, deren Namen ich leider nicht behalten habe... Hier kann man laut unserem zu Übertreibungen neigenden Busfahrer "weltweit einzigartige" Formationen von Gestein besichtigen, die in der Eiszeit durch Auswaschung entstanden sind.
Die Cliffs lohnen sich auf jeden Fall, wenn man die Möglichkeit hat, sollte man sie sich nicht entgehen lassen. Selbst wenn man dafür ein paar Stunden Fahrt in Kauf nehmen muss. Es lohnt sich!!