Asien liegt zum größten Teil auf der Nordhalbkugel und nur ein kleiner Inselteil reicht im Südosten über den Äquator. Der Kontinent bildet rund ein Zwölftel der Erdoberfläche, das sind 33 % der Landfläche, und ist damit der größte der Erdteile. Die Assyrer nannten das Land des Sonnenaufgangs „Aszu“, die Phönizier übernahmen diesen Begriff als „Asia“. Die Abgrenzung Asiens gegen Europa bilden Ural, Kaspisches Meer, Manytschniederung, Schwarzes Meer, Bosporus, Marmarameer, Dardanellen und Ägäisches Meer. Gegen Afrika bilden Suezkanal und Rotes Meer die Grenze und gegen Australien – unter Einschluss des Malaiischen Archipels – eine östlich der Molukken und Timors gedachte Linie. In dieser Abgrenzung hat Asien mit seiner Inselwelt und den Binnenmeeren eine Fläche von 44,4 Millionen Quadratkilometern. Als Nordspitze Asiens gilt Kap Celjuskin auf der Halbinsel Tajmir, der südlichste Punkt ist Kap Buru auf der Malaiischen Halbinsel, der westlichste Kap Baha auf der Halbinsel Kleinasien und der östlichste Kap Dezneva auf Cukotskij poluostrov.
Die Oberfläche des Kontinents ist sehr vielgestaltig. In der Mitte Asiens liegt das zentralasiatische Gebirgsland. Das nördlich anschließende Tiefland, das bis zum Nordpolarmeer reicht, bezeichnet man als Nordasien. Vorder- oder Westasien umfasst die Türkei, Iran und Arabien. Zu Südasien gehören Vorder- und Hinterindien und die südostasiatische Inselwelt. China und Japan rechnet man zu Ostasien. Die Flüsse und Seen Asiens sind das Ergebnis der klimatischen Verhältnisse und der Oberflächenformen dieses Kontinents, der alle Klimabereiche vom ewigen Eis bis zum immergrünen tropischen Regenwald umfasst. Das ausgeprägteste Gebirge ist der Himalaya. Die Ketten der Gebirge und Inseln entlang der Ostküste bilden die Pazifikzone, die eine starke Vulkan- und Erdbebentätigkeit verzeichnet.
Das Klima in Asien ist überwiegend kontinental mit großen täglichen und jahreszeitlichen Temperaturschwankungen, in Ostsibirien mit extremer Winterkälte und mäßig warmem Sommer, in Arabien und Mittelasien mäßig winterfeucht. Die südlichen und südöstlichen Gebiete werden von den Monsunen beeinflusst, mit Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Heißes, immerfeuchtes Tropenklima herrscht an der Südspitze Hinterindiens, Sri Lankas und den Malaiischen Inseln. Entlang der Nordpolarmeerküste wird die baumlose Tundra von der sibirischen Taiga (Nadelwald) abgelöst. Vorder- und Mittelasien sind von Steppen und Wüsten bedeckt. In Süd- und Ostasien wechseln Steppen und Buschland mit Laub- und Mischwäldern (Regenzeit), in den feuchtheißen Tropengebieten überwiegen immergrüne Regenwälder.
In Asien leben rund vier Milliarden Menschen, dies entspricht etwa 60 % der Erdbevölkerung. Die bevölkerungsreichsten Staaten sind China, Indien, Indonesien und Japan. Dagegen sind vor allem Russland und die Mongolei sehr dünn besiedelt.